ORGEL

Die Geschichte der Orgel von St. Christina

St. Christina, Sitz der ältesten Seelsorge des Tales, besaß sehr wahrscheinlich auch die erste Orgel in Gröden und dürfte daher so alt sein wie das kirchenmusikalische Wirken der Bevölkerung. Das jetzige Instrument ist bereits die fünfte nachweisbare Orgel in St. Christina. Laut Nachforschungen von Herrn Alfred Reichling, Vizepräsident der Gesellschaft der Orgelfreunde mit Sitz in Würzburg, erhielt St. Christina im Jahr 1774 die Lieferung einer gebrauchten Orgel mit 16 Registern aus Kloster Neustift durch Johann Götz aus Toblach.

Im Jahr 1843 wurde eine neue, einmanualige Orgel mit 16 Registern durch Balthasar Maßl aus Vals eingebaut. Nach der Erweiterung der Kirche um zwei Seitenschiffe war diese Orgel wahrscheinlich zu schwach, und daher erhielt im Jahr 1867 die Firma Franz Reinisch aus Steinach den Auftrag zum Bau einer neuen, zweimanualigen Orgel mit 26 Registern. Nach ihrer Einweihung berichtete eine Zeitung: "Der Ton der Orgel ist kräftig und füllt die Räume der dreischiffigen Kirche vollständig aus. Besonders treten die Zungenregister im Bass hervor." Diese Orgel verdeckte jedoch das Rundfenster der Westfassade, was auf der Generalversammlung des Vereins für christliche Kunst in Bozen am 15.10.1867 heftig kritisiert wurde. Es ist uns nicht bekannt, aus welchen Gründen diese große Orgel bereits nach 43 Jahren abgebaut wurde; jedenfalls hat im Jahre 1910 Franz Reinisch aus Steinach eine neue Orgel nach dem System der pneumatischen Taschenlade mit 20 klingenden Registern eingebaut. Durch die Verteilung des Orgelkastens auf die beiden Seiten der Rosette wurde diese wieder sichtbar.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass man sich im Jahre 1910 dem neuen Stand der Technik anpassen wollte; es waren eben gute Jahre. Das pneumatische System im Orgelbau, das die mechanische Traktur zwischen Taste und Pfeifenventil durch Luftröhren ersetzt und um die Jahrhundertwende aus Frankreich zu uns gelangte, hat sich jedoch trotz einiger Vorteile nicht bewährt. Die Orgel war träge im Rhythmus, sehr anfällig auf Temperaturschwankungen und klanglich zu dumpf und farblos. Da sie wertvolle Zinnpfeifen besaß, mussten diese im Ersten Weltkrieg als Kriegspfand abgeliefert werden und wurden dann durch billige, klanglich schlechte Zinkpfeifen ersetzt. Nur aus historischen und ästhetischen Gründen wäre eine Erhaltung der alten Orgel vielleicht interessant gewesen. In der Kirche sollte jedoch ein vollwertiges Instrument seinen Dienst in der Liturgie erweisen, und die mechanische Pfeifenorgel ist immer noch das gediegenste und echteste Instrument für die Kirchenmusik. Aus diesen Gründen wünschte sich der Kirchenchor eine gute neue Orgel.

Beim Werdegang der neuen Orgel hielten sich das Orgelkomitee und der Pfarrgemeinderat an folgende Grundsätze: Wenn möglich keinen ausländischen Hersteller wählen, sondern einen qualifizierten Fachmann im eigenen Land suchen, der auch bei späterer Instandhaltung leicht erreichbar ist; eine Orgel mit hellem Klang bauen lassen, nach italienischer oder französischer Art. Zur Planung sei hier angemerkt, dass der Orgelbauer Paolo Ciresa ursprünglich plante, die gesamte Orgel auf einer Seite der Empore zu platzieren, links vom Rundfenster. Dadurch wären die drei Teile des Instruments kompakter zusammen gewesen, indem sie hintereinander statt nebeneinander gestanden hätten, und die Trakturen kürzer gewesen wären. Dieses Projekt wurde jedoch vom Denkmalamt in Bozen nicht genehmigt. Dort war man der Meinung, dass die Orgel aus ästhetischen Gründen in der Mitte stehen müsse und dass eine teilweise Verdeckung der Rosette eher akzeptabel sei. So erhielt das Projekt für die jetzige Orgel grünes Licht.

Am 12.01.1980 unterzeichnete Hochw. Pfarrer Konrad Senoner den Vertrag mit dem Orgelbauer Paolo Ciresa in Tesero. Am 25. August 1980 wurde die alte Orgel abgebaut. Die wertvollen Teile wie Pfeifen und Verzierungen wurden in einem Raum des Widums verstaut, die anderen im Stadel abgestellt. In den folgenden Wochen zeigten freiwillige Helfer erneut ihre Hilfsbereitschaft. Sie entfernten den alten, sehr schlechten Boden der Empore, verstärkten die Balken mit drei Eisenschienen und verlegten einen neuen Lärchenboden. Die Fachleute Hermann Bauer und Luis Perathoner standen ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Neue elektrische Leitungen wurden verlegt, Mauerrisse verputzt und die hintere Kirchenwand gestrichen. Am 25. September wurde dann die neue Orgel geliefert, das Gehäuse aufgestellt und die Trakturen eingebaut. Wieder packten Freiwillige kräftig mit an. Ihnen sei hier ein herzlicher Dank seitens des Pfarrgemeinderats ausgesprochen. Im Winter wurde dann eine Pause eingelegt. In dieser Zeit bemalte, vergoldete und antikisierte Silvio Senoner - Rijeda mit seinen Mitarbeitern die Orgel mit großem Einfühlungsvermögen und guter Fachkenntnis. Die Verzierungsarbeiten wurden vom Verzierungsbildhauer Walter Messner - La Plates entworfen und geschnitzt. Im März 1981 nahm Paolo Ciresa die Arbeiten wieder auf: Die Pfeifen wurden eingesetzt, zum Klingen gebracht, intoniert und gestimmt; eine Arbeit, die viel Geduld, Fachkenntnis und Musikalität erfordert. Zu Ostern konnte bereits ein Teil der Orgel bespielt werden, und einige Wochen später war sie fertig. Die Diözesan-Orgelkommission wird im Laufe des Sommers das Instrument genau prüfen und es erst nach Ausbesserung eventueller Mängel freigeben. Dies ist zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses noch nicht geschehen.


Die Orgel von St.Christina (geschrieben von Paolo Ciresa)

Unabhängig von jeder Mode und Modernität ist mein Grundsatz der Bau von Orgeln nach traditioneller Kunst. Daher ist das Lehrbuch des französischen Orgelbauers Dom Bèdos de Celles (1709-1779), Autor des Werks "L'art du facteur l'orgues", für mich ein Lehrbeispiel. Noch heute sind die Orgeln von Poitiers oder Weingarten Zeugnisse dieser bewährten Kunst. Zusammenfassend: ausschließliche Verwendung edler Metalle wie Zinn für die Pfeifen, Messing für die technischen Teile; Hölzer von großer Festigkeit und Resonanz. Daher sind alle industriell hergestellten Objekte wie Kunststoffe und ähnliches aus dieser Kunst ausgeschlossen. Unter Berücksichtigung dieser Voraussetzungen ist klar, dass die Orgel von St. Christina nach handwerklichen Prinzipien der Kunst gebaut wurde. Die Pfeifen bestehen zu 90% aus Zinn (sowohl auf der Vorderseite als auch im Inneren); die Basspfeifen (Subbass 16' und Bordun 8') sind jedoch aus Holz. Die Windladen (eine entscheidende Komponente für die Haltbarkeit und den Erfolg einer Orgel) bestehen aus massiver Eiche, ebenso wie viele Teile der Mechanik. Das Gehäuse besteht aus erstklassiger Fichte. Die Bälge sind aus Schafleder. Die bevorzugte Klanganordnung ist die klassische, um ein lineares und reich harmonisches Instrument zu schaffen, das daher für die Aufführung einer breiten Palette von Orgelmusik und die Begleitung des liturgischen Gesangs geeignet ist. Die Mechanik, besonders empfindlich für die Berührung des Organisten, ermöglicht die Realisierung bestimmter musikalischer Nuancen, die sonst nur mit Hilfe von wenig organischen Mechanismen wie verschiedenen Kombinationen, Schweller usw. möglich wären. Basierend auf dem Standort und den Abmessungen der Kirche und des verfügbaren Platzes auf der Empore wurde ein Instrument von acht Fuß (8') wie folgt aufgeteilt: 

Hauptwerk:

Principale 8'
Ottava 2'
Superottava 1'
Decimanona (quinta)
Vigesimaseconda
Ripieno
Voce umana
Flauto reale 8'
Flauto in ottava 4'
Tromba 8'

Positiv:

Principale 4'
Ottava 2'
Scharff
Sesquialtera
Copl 8' (Bordone)
Flauto 4'
Cromorno 8'
Tremolo

Pedal:

Principale 8'
Ottava 4'
Mixtur
Subbasso 16'
Fagotto (Bombarda) 16'

Die Orgel hat:

2 Manuale mit 56 Noten
Pedal mit 30 Noten
3 Koppeln
1509 Pfeifen,
davon 80 aus Holz

Das Orgelkomitee bestand aus den Herren:

Luis Stuffer Vorsitzender
Hans Malsiner Beirat
Richard Kerschbaumer Beirat
Walter Demetz Beirat
Viktor Comploj Beirat
Reinhold Senoner Beirat
Dr. Josef Demetz Beirat
Franz Vinatzer fachmännischer Berater

Ugristri a S.Cristina


L plu vedl che la jënt se lecorda a S. Cristina ie stat bera FRANZL INSAM, nasciù di 1831 y mort dl 1911. Là fat I ugrister per 55 ani alalongia (1849-1904) coche disc la plata a si lecort te curtina. L leur ti ova propi dat I inuem a si cesa n disc: "Ora Franzl dl ugri- ster", ma perdrët se tlamëss-la "Odun dessëura". El fova dantaldut maestery pervester plu a la man pra dlieja y scola à-labità te cësa dla vedla scola y te chëla de Soplaza nchin al ann 1901. Ël sunova scialdi bën I orgun y savova nce da improvisé lessù. Si mut LUIS sunova ënghe drët bën I orgun; ma ël ie bele da jeun ruvà maester y ugrister a Villanders. lló iel nce suplí. L fossa l pere dl Proviser de Sëlva da dant.

Si auter mut che se tlamova ënghe FRANZL, nasciù di 1871, judova mé datrai ora n ugrister che manciova; el fajova dantaldut dirighënt dl cor, y chësc mo ntëur I 1950.

Do I 1904 à pona tëut su la stiera da ugrister I maester jeun ENGELBERT PLONER, nasciù dl 1885 ora Pitl Bolser, y l'à tenida nchin  l 1912, canche lie ruvà a Urtijëi. lló sunovl po la vidula sal cor. Te chël tëmp ie unì fat I orgun nuef a S. Cristina. Ne savon nia sce ël ie stat chël che à abù la idea per chësc leur, ma plu dessegur. DI 1922, canche i fascisc à abù la venta tla Talia y à tëut ju la scoles tudësces tlo da nëus, à bera Engl perdù da n di a lauter si stiëra d'nseniamënt a Urtijëi y ie inò unit a S. Cristina, ulache I à metù man a lauré pra la firma ANRI. Sen univl inò sal cor y sunova datrai I orgun, datrai la vidula. Vel iëde menovl nce la bachëta. DI 1939, canche fova inò unic metui su cursc de tudësch, iel ël deventá "Schulleiter" a S.Cristina. De mei dl 1945 al pona perchël, messù patí na burta mort viulënta.

L maester de Val, JOHANN BAPTIST PERATHONER, nasciù sun Val dl 1884 y mort tl Spedel dl 1943, fova ënghe na persona scialdi de mujiga y sunova plu strumenc. L à fat I ugrister dal 1912 al 1915 y pona inò, per vel ani, do la viera. Ël fova nce maester de bachëta dla mujiga y'à nsenià ju truep musicontri y ciantarins. Nteur l 1940 fajovl mo chesc leur.

Ntan la prima viera (1914-1918) à pona ëiles messù pië ite a suné l orgun. Tlo ons anda TRESL KERSCHBAUMER di Pech, nasciuda dl 1901. Ëila à sunà nchin l 1920, canche la se à maridà cun bera Tone da Dosses.

Ntëur l 1923-24 à pona si sor pià dò chësc leur, anda TRINA KERSCHBAUMER, nasciuda dl 1905 y là fat nchin l1929, canche la se à maridà cun bera Caio Perathoner dl Baga y ie jita a Urtijëi a sté. lló ala ënghe mo mpez alalongia judà ora sai orguni. 

Do I 1929 à pona, per vel ann, anda TRESL PITSCHEIDER IN DEMETZ DA URIDL fat l'ugristra. A suné ovla mparà canche la fajova la scoles da maestra a Bulsan, ma do che i fascistc ova tëut ju la scola tudëscia ne ala nia plu pudù nsenië.


Truepa jënt se lecorda mo dl maester RUDOLF MUIGG, nasciù a Urtijei dl 1891 y iló mort dl 1947. El ova ënghe perdù si stiera d 1922 y messova la tre inant cun leures de ucajion, nce cun chël de nsenië de scroch I tudësch. Ntëur l 1927 iel ruvà a S. Cristina y stajova a fuech sa Fujeron. Ajache I fova n bon ciantarin iel riesc ruvà sal cor, ma permò su per l 1930 iel deventà ugrister. Danter ite al nce fat I dirighënt. Dal 1939 al 43 al inò pudù nsenië te no-sta scoles. Pona iel ruvà a Lüsen y do la viera inò a Urtijëi.

Drët da jëuna à pona messù scumencé a suné I orgun, dl 1943, ANNA PERATHONER IN RUNGGALDIER. Eila à abú n temp scialdi zariëus, ajache I fova viera y truep ciantarins y musicontri fova pra i saudeies. Do la viera ala scialdi judà pea a tre inò sul cor. Eila à sunà nchinche la se à maridà dl 1953; y dopro ala suënz mo judà ora.

Da chël ann inant nchin ti ani 90 à LUIS STUFFER fat I ugrister.

Da vedlamënter nca nchin al 1960-65 fova I lëur da ugrister drët sfadiëus, ajache uni di, da duman abenëura, fovl da suné y cianté pra i anuei; y guai a se la durmì via, ce che univa sambën dant datrai. De Avent fovl pona uni di dala sies da duman I Guldenomt. Truepa ntraunides da rí pudëssn cunté sul leur di ugristri, coche de chël che fova ruvà alinfal da la cater da duman pra rëjes; o chë-la de Anda Tresl da Dosses, che ie unida zareda te dlieja na seira; ma tlo ne ie-l nia la luegia per n cunté de teles.

Do Bera Luis da Sabedin a CLAUDIO KERSCHBAUMER dl Pech fa l ugrister per truep ani. El ie nce sta dirighënt dl cor de dliëja per truep ani. El ie pona ji a fe l ugrister y dirighënt a Laion ulache l fej mo chel aldidancuei. Canche Claudio a lascià de fe l ugrister a S.Cristina a DOMINIK INSAM, SAMUEL RUNGGALDIER, EVA VINATZER y MAGDALENA DEMETZ sunà l orgun per n pez se baratan ju nfin che BARBARA PICCOLRUAZ a teu tla man l lëur da ugristra nfin aldidancuei.